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LAURENTIUS
Patronatsgeschichte - Gemeindegeschichte
Der heilige Laurentius
Zu allen Zeiten gab es Könige, Kaiser und andere Staatsoberhäupter, die die christliche Kirche gehasst und verfolgt haben. Sie wussten in ihrem Herzen, dass Christus mächtiger ist als alle Könige und Mächte dieser Welt, und dass die christliche Botschaft von Liebe, von Gerechtigkeit und vom Frieden den Menschen größere und tiefere Zufriedenheit und Glück bringen als die Lehre von Besitz, von Habsucht und von Macht. Dies wollten sie aber nicht zugeben. Also warfen sie die Christen ins Gefängnis und töteten Päpste, Bischöfe, Priester und viele, die an Jesus glaubten. Sie dachten, so könnten sie das Christentum ausrotten.
Aber trotz aller Verfolgung lebte die Kirche weiter, und sie wird weiterleben, wie es Christus gesagt hat. Als die Kirche noch jung und nicht so weit verbreitet war wie heute, mussten sich die Christen oft in unterirdischen Gängen verbergen. Diese Höhlengänge nannten sie Katakomben. Hier begruben sie ihre Toten und feierten von Zeit zu Zeit die heilige Messe.
Zu dieser Zeit hatten die Kirchen in Rom sieben Diakone, die den Priestern bei ihren Aufgaben halfen. Einer von ihnen war Laurentius. Als er einmal eine Katakombe betrat, erstarrte er vor Schreck. Vor ihm, nahe dem Altar, lag der Papst ermordet auf dem Boden. Sein Blut tropfte die Altarstufen herunter. Das konnte nur bedeuten, dass ihr Versteck entdeckt worden war.
Nun, da die Soldaten den geheimen Eingang entdeckt hatten, konnte der Kaiser sie alle gefangen nehmen! Während Laurentius noch darüber nachdachte, erschienen plötzlich Soldaten, stürmten in die Katakomben hinab, ergriffen den Diakon Laurentius und legten ihn in Ketten. Er wurde zum Kaiser geführt und über seine Pflichten als Diakon ausgefragt.
Er antwortete: "Ich habe Geld und Kleider gesammelt und sie unter die Armen verteilt." - "Das ist nicht wahr!" sagte der Kaiser, "Wir wissen, dass die Diakone das Gold und Silber versteckt halten, das den Christen gehört!" - "Unser Gold und Silber ist unser Glaube an den Herrn", erwiderte Laurentius, "unsere Schätze sind die Armen, denn sie sind Christi Brüder und Schwestern." - "Du versuchst, mich zum Narren zu halten", schrie der Kaiser, "Führt ihn zum Tode!"
Laurentius wurde, so sagt die Legende, auf ein eisernes, glühendes Rost gelegt und verbrannt. Während seiner Marter stöhnte und murrte er nicht. Er betete laut und starb so tapfer, wie er gelebt hatte, aus Liebe zu seinem Herrn Jesus Christus. Geschichte
der Gemeinde
Schon Ende der 30iger Jahre war im Halterner Westen eine neue Kirche geplant. Der Entwurf stammte von dem berühmten Kirchenbaumeister Dominikus Böhm. Die Kirche sollte im westlichen Dreieck zwischen Arminiusstraße und Weseler Straße (Römergelände) erbaut werden. Aber durch den 2. Weltkrieg konnte man sich erst wieder 1952 mit dem Kirchenneubau befassen, da die Sixtuskirche mit der Seelsorgearbeit einer so großen Gemeinde überfordert war.
Am Anfang der Neuplanung stand die Frage des Standortes. Die bischöflichen Behörden von Münster lehnten den Standort der in den 30iger Jahren geplanten Kirche ab, da er zu weit von der Mutterkirche St. Sixtus entfernt lag. Erst als die Stadtverwaltung ein Grundstück an der Augustusstraße der Gemeinde schenkte, wurde dieser Platz als Standort von Münster akzeptiert. Er war gärtnerisch genutzt mit einer Reihe von exotischen Bäumen und Sträuchern. Man nannte ihn auch den "Garten Eden".
Der Architekt Bongartz aus Köln wurde mit der Planung beauftragt. Nach alter Tradition weist die Fassade nach Westen, während der Altar nach Osten ausgerichtet ist. Das Dach an der Hauptfront ist tief herunter gezogen und überdeckt die Eingänge an der Nord- und Südseite, die gleich hinter der Fassade liegen. Der Haupteingang wirkt eher klein, ein großes Rundfenster ziert die Wandfläche. Der Altarraum wird durch eine hohe Fensterfront an der Nordseite mit Licht versorgt. Leicht eingeschnitten im Dach am Nordeingang steht der Glockenturm. Er ist 30 m hoch und mit 4 Glocken bestückt. Auf dem weißen Glockenturm ist ein flaches Pyramidendach mit einem liegenden Kreuz und einem Hahn. Bis auf den Glockenturm ist die ganze Kirche rot geklinkert.
Am 13. Dezember 1953 begrüßte Bauvikar Johannes Geukes den Dechanten Grüter zum ersten Spatenstich. Die Grundsteinlegung erfolgte am 17. Juli 1954 und das Richtfest am 8. Oktober 1954 durch Weihbischof Baaken. Am 12. und 13. November 1955 fand das hohe Fest der Konsekration, die Geburtsstunde der neuen Kirche St. Laurentius, statt.
Zum Tag der Kirchweih fehlte noch der Fußbodenbelag, die Bänke, Beichtstühle und die Heizungsanlage, denn die Gemeinde musste die Kosten für den Innenausbau selber tragen. Die Innenausbaukosten betrugen 1/3 der Gesamtkosten. Das Bistum Münster übernahm eine Summe von 246.000 DM, das waren 2/3 der Gesamtkosten.
Die Kirche trägt den Namen des heiligen Laurentius, des Mannes, der als Diakon seinem väterlichen Freund, dem Papst Sixtus, treu ergeben war. Am 30. November 1958 erfolgte die Erhebung von St. Laurentius zur Pfarrgemeinde und der Bauvikar Johannes Geukes wurde zum ersten Pastor von St. Laurentius ernannt.
Die Gestaltung des Kirchplatzes, der Neubau des Kindergartens an der Flavusstraße (1960), der Bau des Jugendheimes (1963), der Kaplanei mit Bücherei (1965/66) und eines weiteren Kindergartens an der Saarlauternstraße (1970). Da das alte Jugendheim den Bedürfnissen der Gemeinde nicht mehr entsprach, wurde es im Jahre 1986 erneuert und wesentlich erweitert.
Das jetzige Pfarrheim St. Laurentius ist ein beliebter Ort der Begegnung für die ganze Gemeinde.
Seit 2009 bereitete sich die Gemeinde intensiv auf die große
Pfarreienfusion im Dekanat Haltern vor, die zum Kreuzerhöhungsfest 2011
vollzogen wurde. Mit Wirkung vom 18.09.2011 ist die Gemeinde St.
Laurentius eine der Filialkirchen der neu gegründeten Pfarrei St. Sixtus
in Haltern am See.
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